Künstler

George Segal

* 1924 New York City, New York
† 2000 New Brunswick, New Jersey

 

“Many people seem so shocked by seeing a realistic white plaster figure that they tend psychologically to focus only on the figures.
What interests me is a series of shocks and encounters that a person can have moving through space around several objects placed in careful relationship.”

 

Ein Spot hebt ihn hervor – wie auf einer Theaterbühne:

ein paar Requisiten nur, Alltagsgegenstände, schon abgenutzt. Im Zentrum eine Skulptur. Ein Mann alleine. Eine Gipsfigur, kein Abguss. Es ist der Künstler selbst: George Segal, der 1960 Modell sitzt. Er lässt sich von seiner Frau einwickeln, mit in Gips getränkten Binden. Stunden muss er verharren, bis alles getrocknet ist, die Stücke heruntergenommen und wieder zusammengesetzt werden können. Die Spuren der Entstehung sind nicht zu übersehen. Die Schnittstellen, das nachträgliche Auftragen von Gips, die Reparaturen.

Es ist das erste Mal, dass Segal eine neue Darstellungsform ausprobiert, die ihn berühmt machen wird.

George Segal ist Nordamerikaner. Wie Andy Warhol und andere Zeitgenossen aus den späten 1950er und frühen 1960er Jahren entdeckt er im Alltäglichen das Neue. Segal wird einer der wichtigsten Vertreter der Pop Art. Die verwendet auch Objekte der Werbung, des Konsums, der Massenmedien.

Segal arbeitet mit Gips. Er baut Spannung auf, indem er seine Figuren gemeinsam mit Alltagsgegenständen in Szene setzt. Er spiegelt das banale, alltägliche, das intime Umfeld des Menschen, z.B. einen Mann am Küchentisch. Einsam. Es ist, als übertrage sich das Unwohlsein der Person, die im Inneren auf das Trocknen warten muss.

George Segal verleiht einem Lebensgefühl Ausdruck, bringt ein Stück intimes Gefühlstheater ins Museum, so wie mit der ersten noch ein wenig holprigen Arbeit mit dem neuen Abgussverfahren, dem Selbstporträt „Man Seated at Table“, ausgestellt im Museum Abteiberg Mönchengladbach.

Pioniere wie George Segal, Duane Hanson, Edward & Nancy Kienholz schufen in den 60er Jahren Skulpturen, die mit aus dem Leben gegriffenen Figuren die Trostlosigkeit des „American Way of Life“ abbildeten. Tabus wurden gebrochen und dem voyeuristischen Betrachter die Verletzlichkeit der eigenen Körperlichkeit und Seele vor Augen geführt. Mit den heute ständig präsenten überperfektionierten Körpern und Gesichtern aktueller denn je.

 

 

Werke des Künstlers

George Segal

Oriental Woman Against the Wall, 1982

Gipsskulptur
82 x 43 x 25 cm
Edition: 30

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